Hallo Ihr Lieben - oder auch "Yovo Yovo, bonjour!"
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| Ankunft am Flughafen in Lomé |
Seit Montag ist es also soweit und ich bin in Lomé, der Hauptstadt von
Togo angekommen! Mit den Flügen hat alles geklappt, ich bin zuerst von
Stuttgart bis Paris geflogen, dort dann umgestiegen in die Maschine nach Lomé
mit einer Zwischenlandung in Niamey. Das einzige, was mir während der Flüge
etwas Probleme bereitet hat, war meine Erkältung. Dreimal starten und dreimal
landen fanden meine Ohren nicht so toll und dementsprechend hatte ich vor allem
bei der Zwischenlandung in Niamey und bei der Landung in Lomé unglaubliche
Schmerzen wegen des Luftdrucks. Momentan sind meine Ohren auch immer noch total
zu und ich höre deswegen leider nicht so gut, aber ich hoffe, dass sich mit dem
Abklingen der Erkältung auch meine Ohren wieder öffnen.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich ein bisschen Sorge um meine zwei
Gepäckstücke hatte, weil wohl in Paris zur Zeit gerne mal etwas hängen bleibt
und auch schon andere Freiwillige, die ich auf dem Vorbereitungsseminar
kennengelernt habe, teilweise etwas länger auf ihr Gepäck warten mussten. Aber
bei uns war alles gut, als wir durch die Zollkontrolle gekommen sind,
Fingerabdrücke und Foto von uns hinterlassen hatten, lag von allen vieren (ich
bin mit 3 weiteren ab Paris zusammen geflogen) das Gepäck schon auf dem
Gepäckband. Danach haben wir uns zu viert in Richtung Ausgang bewegt und schon
als die Türen des Flughafens aufgingen, kamen uns neben der tropisch
warm-feuchten Wand auch schon ganz viele fröhliche Gesichter entgegen, die
schon auf uns gewartet hatten. Wir wurden wirklich super nett empfangen: Mara,
Stella, Alina (3 Mitbewohner von mir) und Hannah haben Monsieur Sani, unseren
Koordinator vor Ort und ein paar Jungs von ASEVEC (der Partnerorganisation)
begleitet, sich kurz vorgestellt (die Namen der Jungs kann ich aber immer noch
nicht alle) und uns in Togo Willkommen geheißen. Alle sind wirklich sehr
nett!!!
Viel Zeit blieb uns nicht, unser Gepäck wurde uns sofort abgenommen und
wir durften ins Auto einsteigen, damit wir zu unserer Wohnung gebracht werden
konnten. Von dort aus ging es dann direkt weiter in ein Restaurant, denn wir
waren zur Begrüßung zum Essen eingeladen, weil jetzt endlich die gesamte Gruppe
komplett ist. Zum Restaurant ging es gleich mit dem Mototaxi, die hier sowieso
Transportmittel Nummer 1 sind. Wirklich alles läuft hier mit den Mototaxis, sei
es um von A nach B zu kommen, oder um auch 4 Bettgestelle von A nach B zu
transportieren – alles schon gesehen. In der Regel stellt man sich einfach an
den Straßenrand und ruft sich ein Moto herbei (die Einheimischen geben dafür
auch oft ein Laut von sich, der einem Zischen ähnelt, quasi so „Xss xss“), dann
wird beschrieben, wohin es gehen soll (Adressen gibt es hier nämlich nicht) und
anschließend der Preis verhandelt. Am ersten Abend ist natürlich gleich mir
wieder etwas passiert, was nur mich treffen konnte: Da wir eine recht große
Gruppe waren, die zu dem Restaurant wollten, waren wir auch auf dementsprechend
vielen Motos unterwegs. Normalerweise läuft es dann so, dass man dem ersten
Fahrer, der stehenbleibt, das Ziel erklärt und er es den anderen weitersagt.
Mein Motofahrer hatte das an dem Abend wohl nicht so ganz mitbekommen und hatte
außerdem wohl etwas Lust auf heizen. Während der Fahrt fragte er mich, ob ich
den wüsste, wo es hingehe, aber ich war gerade eine Stunde in Lomé und hatte
also wirklich keine Ahnung! Also sagte ich ihm, dass er einfach dem Moto vor
uns folgen sollte, denn darauf saß Anicet, einer der Jungs von ASEVEC, der ja
wusste wo es hingehen sollte. Irgendwie war ihm das wohl egal und er fuhr an
allen vorbei, ohne einen Plan, aber dafür mit ordentlicher Geschwindigkeit.
Irgendwann hielt er dann mal an und meinte, er glaube hier irgendwo müsste das
sein. Ich hatte nach wie vor keine Ahnung und zudem nicht mal ein Handy dabei,
denn das hatte ich in der Eile in meiner Handgepäcktasche einfach schnell im
Zimmer deponiert. Ich hatte mich also an meinem ersten Abend in Lomé nach
einigem herumfahren in die eine, dann mal in die andere Richtung schon verloren
gesehen, bevor es überhaupt richtig losging, als mich dann endlich Anicet
wiederentdeckte, dem Motofahrer einen ordentlichen Einlauf verpasste, ihm ein
bisschen Geld in die Hand drückte und mich mitnahm. Gerade noch gut gegangen!
Der Rest des Abends stellte sich dann wirklich noch als entspannt und
cool heraus. Jeder hatte die Gelegenheit, sich einmal vorzustellen, man konnte
sich bereits ein bisschen unterhalten und kennenlernen und neben guter Musik
gab es ein leckeres togoisches Buffet mit Reis und Soße und frittierten
Yamswurzeln (schmecken nach Pommes und sehen auch so aus! :) ).
An diesem Abend war ich dann aber auch wirklich geschafft vom langen
Tag und ich war froh, als ich endlich irgendwie mein Moskitonetz aufgespannt
und mein Bett bezogen hatte, um mich so schnell wie möglich schlafen zu legen.
Die erste Nacht habe ich auch gut geschlafen, nur lange schläft man hier nicht,
da es früh hell und ca. ab 9 Uhr auch einfach zu warm wird. Generell beginnt
hier der Tag einfach früher und endet auch früher, da es ab ca. halb 6 schon
dämmert.
Am ersten Morgen gab es dann direkt Frühstück auf einem unserer
Balkone. Normalerweise essen wir Brot mit Erdnussbutter, Schokocreme oder
selbstgemachter Ananasmarmelade oder Haferflockenbrei, den wir aber mit Wasser
machen, weil wir keine Milch haben. Zu trinken gibt es viel Wasser, das hier
ausschließlich aus Plastikbeuteln kommt (und deswegen leider unglaublich viel
Plastikmüll verursacht, der hier auch echt überall herumliegt).
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| Das ist so ein Wasserpack, aus dem wir unser Wasser trinken. |
Nach der morgendlichen Stärkung gab es etwas Zeit, um uns wieder frisch
zu machen und uns endlich etwas einzurichten. Kurz zu meiner Wohnung: Ich wohne
in einer Wohnung (besser gesagt eigentlich in einem weißen Haus, das für die
Verhältnisse hier riesig groß und gut ausgestattet ist und in unserer Straße auch
echt auffällt).
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| Panoramabild unserer Straße |
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| Unsere Straße und unser Haus von Weitem... |
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| ...und etwas näher |
Hier bin ich mit 6 anderen Mädels; Mara, Alina, Stella, Cindy,
Patricia und Lea. Bis auf Cindy teilen wir uns immer zu zweit ein Zimmer. Ich
bin mit Lea in das größte von allen eingezogen (was noch frei war, weil vorher
zwei andere Freiwillige darin gewohnt haben, die aber jetzt dann nach Atakpamé,
eine Stadt weiter im Norden, ziehen werden). Das Zimmer ist echt schön
freundlich und hell, da es drei Fenster hat. Wir haben neben unseren Betten
zwei offene Regale für unsere Sachen und ansonsten haben wir eine kleine Küche,
zwei Bäder mit Klo und Dusche, zwei Balkone und zwei Dachterrassen. Ich kann
mich also wirklich überhaupt nicht beklagen und bin hier sehr sehr zufrieden!
Gleich am ersten Tag sind wir schon mal los, um uns SIM-Karten mit
einer togoischen Nummer zu besorgen, das erste Geld abzuheben oder zu tauschen
und uns einen Helm für das Motofahren zu besorgen. Abends waren wir direkt
erneut bei einem der Jungs von ASEVEC eingeladen, bei Christian zu Hause. Die Motofahrt
dorthin gestaltete sich als eine echte Matschfahrt, da es den Tag über ziemlich
viel geregnet hatte und die nicht befestigten Straßen dann im Wasser versunken
sind. Wenn man dann den großen Pfützen also nicht im Zickzack irgendwie ausweichen konnte, dann ging es eben durch die Pfütze. Man meint
nicht, wie anstrengend das übrigens sein kann…
Aber das war wirklich ein echt schöner Abend, jeder der Jungs dort hat
sich noch einmal vorgestellt und da fast alle aus einer anderen Region kommen,
haben alle etwas über ihre Herkunft erzählt und Spezialitäten und Feste aus
deren Region vorgestellt. Wir wurden noch einmal alle traditionell Willkommen
geheißen: In Togo sagt man immer „Woezon“ für Willkommen und hängt ein langes
„Looo“ an, auf das wir dann mit einem langen „Yooo“ antworten. Zu essen gab es
das für Westafrika traditionelle Fufu, das aus Yams- oder Maniokwurzeln zu
einem Brei gestampft wird. Dazu gibt es normalerweise eine Soße (meist eine Art
Tomatensoße mit Gemüse), die ziemlich scharf ist, da hier alles mit Piment
gewürzt wird. Die Togoer selbst können davon nicht genug bekommen und wenn ich
schon das Gefühl habe, Feuer zu spucken, ist es für sie gerade richtig oder
sogar noch zu wenig. Für die, die wollten, gab es noch etwas Fleisch. Dann
haben wir uns ganz traditionell die Hände gewaschen, um danach das Fufu mit der
Hand zu essen. Und ich kann sagen: Es ist soooo lecker! Ich wollte es unbedingt
mal probieren und ich bin wirklich begeistert. Für mich hat es ein bisschen die
Konsistenz von etwas festeren Kartoffelknödeln und man kann sich darüber
streiten, ob es auch ein wenig danach schmeckt, weil es eigentlich an sich
relativ geschmacksneutral ist. Was an dem Abend außerdem dazu beigetragen hat,
dass wir wirklich schon in die togoische Kultur eintauchen konnten, war – neben
dem Essen – die Gruppe, die Musik gemacht hat mit Trommeln und sonstigen
traditionellen Instrumenten. Dazu haben sie gesungen, geklatscht und getanzt
und auch uns mit eingebunden, sodass wir uns am Ende als große Gruppe zusammen
zu den Rhythmen der Gruppe bewegt haben.
Am Mittwoch haben wir mal die andere 5er WG besucht, die nicht weit von
uns ist. Dort haben wir zusammen Couscous mit Gemüse gekocht und zusammen im Kreis
am Boden gegessen, weil dort nicht genug Stühle zur Verfügung standen, aber das
war einfach gemütlich so!
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| Unser Essen am Boden :) |
Am Donnerstag haben wir nochmal eine andere 2er WG besucht, die eigentlich
auch nicht weit von uns ist. Der Hinweg hat sich dann aber als eine
anderthalbstündige Matschwanderung durch den Regen entpuppt. Es hat wirklich
aus Eimern geschüttet, und obwohl wir mindestens eine halbe Stunde
unterstanden, um zu warten bis es etwas besser wurde, hat es nichts gebracht
und wir kamen triefend nass bei den anderen zu Hause an.
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| Auf dem Weg zur anderen WG... |
Zum Mittagessen haben
wir dann bei Emanuela in einem Restaurant gegessen, die sich so sehr über den
Besuch von uns neun „Yovos“ (so nennt man die Weißen hier) gefreut hat und für
uns Couscous gekocht hat. Wir mussten uns ein wenig gedulden, da sie alles
frisch zubereitet hat, aber dafür kam sie anschließend mit einem Riesenteller
für jeden und es war richtig lecker! Für das Essen plus Getränk haben wir am
Ende umgerechnet jeweils ca. 1,60€ gezahlt – und wir sind dort wirklich
rausgekugelt! Abends kamen die ganzen Jungs von ASEVEC zu Besuch. Wir hatten
uns schon Sorgen gemacht, was wir denn jetzt für die ganze Meute zu essen
kochen, da wir so viel gar nicht mehr da hatten, aber die Sorge hat sich dann
ganz schnell aufgelöst, als ein paar der Jungs ihre Sachen auspackten. Sie
waren also nicht mit leeren Händen gekommen, sondern haben Reis und kleine
Bohnen mitgebracht und für uns alle gekocht.
Am Freitag waren wir auf einem Seminar ganz in der Nähe von unserer Wohnung,
bei dem nicht nur alle 16 Freiwilligen anwesend waren, sondern auch schon die
meisten unserer Einsatzstellenleiter. Wir hatten also die Gelegenheit, uns alle
über unsere Befürchtungen, Erwartungen und Wünsche auszutauschen, ein bisschen
Kontakt zu knüpfen und zu erfahren, wann wir anfangen werden zu arbeiten. Mein
Einsatzstellenleiter war freundlich und am Dienstag werde ich abgeholt und das
erste Mal zu meiner Einsatzstelle gefahren.
Jetzt gerade wurde ich im Schreiben unterbrochen – Lea kam zu mir und
meinte, die Nachbarin sei da. Das ist, finde ich, einfach noch kurz ein schönes
Beispiel für die unglaubliche Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft der
Togoer: Sie erklärte mir gerade, dass sie mich immer husten hört (weil ich
immer noch sehr erkältet bin) und dass sie etwas für mich habe, was mich gesund
machen wird: In der einen Hand hielt sie eigene kleine Zitronen und in der
anderen eigenen Honig. Eine Zitrone hat sie mir gleich ausgedrückt und mit ein
bisschen Honig gemischt und das habe ich dann getrunken. So unglaublich lieb!!!
So kann es ja wirklich nur besser werden :) !
Am Samstag wurde uns gesagt, dass ein Ausflug mit allen geplant sei.
Das einzige, was wir wussten, war, dass es zwischen 9 und 9:30 Uhr losgehen
sollte. Wir wurden dann mit einem Kleinbus abgeholt und sind nach Aného
gefahren. Dort haben wir einen Zwischenstopp am Strand gemacht und es war
wirklich schön, ein bisschen Sand unter den Füßen zu spüren und das Meer
rauschen zu hören.
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| Ein Gruppenbild von uns allen am Strand :) |
Anschließend ging es weiter nach Togoville, der Stadt, der
Togo seinen Namen verdankt. Um in den eigentlichen Ort zu kommen, musste man
mit einem kleinen Holzbötchen den Togosee überqueren. In Togoville hat uns ein
Mann dann die Kirche gezeigt (in der Papst Johannes Paul II schon war!), wir haben
den alten Dorfbrunnen und eine Statue gesehen, die für die deutsch-togoische
Freundschaft steht und wir haben frittierte Süßkartoffeln, Koliko (das ist der
Name für die frittierten Yamswurzeln) gegessen und frische Kokosnussmilch aus
Kokosnüssen getrunken. Da wir aber den ganzen Tag nicht so richtig etwas
gegessen hatten, sind wir auf dem Rückweg noch Spaghetti essen gegangen und
haben uns anschließend müde – und mit Sonnenbrand! – auf den Heimweg gemacht.
Gestern, am Sonntag, haben wir den Tag locker gestartet und
anschließend einen kleinen Hausputz gestartet. Staub und Sand sind überall,
deswegen ist das immer mal wieder auf jeden Fall nötig. Nachmittags und abends
waren wir dann wieder eingeladen bei ein paar Jungs von ASEVEC und auch hier
gab es wieder Koliko und Spaghetti mit verschiedenen Soßen und für den, der
wollte, gab es auch Fleisch. Natürlich lief auch wieder Musik im Hintergrund,
das darf hier nicht fehlen und somit hatten wir wieder einen schönen Abend.
Und das sind so die ersten Eindrücke hier aus Togo, für’s erste sehr
detailliert, aber ich hatte Lust, euch meine ersten Eindrücke so genau wie
möglich zu beschreiben. Natürlich werde ich in Zukunft dann nicht mehr jeden
einzelnen Tag beschreiben, aber gerade jetzt in der Anfangszeit ist das alles
einfach so interessant!
Ich hoffe, ich konnte euch hiermit ein bisschen teilhaben lassen an
meinen ersten Tagen hier. Wie ihr hört, fühle ich mich bisher echt sehr wohl
und hoffe darauf, dass es ähnlich positiv weitergehen wird! Ich werde auf jeden
Fall davon berichten!
Bis ganz bald,
eure Valentina :)
P.S.: Die Begrüßung, die ich oben auch verwendet habe, ist die Begrüßung für uns "Weiße". "Yovo" ist Ewé und bedeutet "Weißer" und eigentlich ist das ein Lied, das die Kinder hier schon früh lernen und uns jedes mal hinterhersingen, wenn sie uns sehen :)








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