Erst einmal
– sorry! Ich weiß, dass ich mich ewig nicht gemeldet habe. Zu allererst wünsche
ich Euch allen ein frohes neues Jahr 2017, in das ihr hoffentlich alle gut
gestartet seid. Auf dass all Eure Wünsche und Ziele in Erfüllung gehen, alle gesund
bleiben und es ein erfolgreiches Jahr wird!
Seit dem
letzten Post ist dementsprechend auch so viel passiert, dass ich gar nicht
weiß, wo ich anfangen soll. Ich werde Euch leider auch nicht alles erzählen
können, denn das würde den Rahmen sprengen, aber das Wichtigste sollt Ihr wie
immer erfahren!
Auch hier ging
es natürlich in riesigen Schritten auf das Weihnachtsfest zu – nur dass ich
rein vom Gefühl her noch so bei Mitte August bin und Weihnachten irgendwie noch
gaaanz weit weg war. Irgendwie ist es fast absurd, dass Weihnachten nun schon
rum ist, ein bisschen so als hätte ich es verschlafen. Das Weihnachtsgefühl
blieb aber auch nicht nur wegen dem sich absolut nicht verändernden Klima aus
(es ist einfach immer noch viel zu warm!), sondern auch generell auf den
Straßen kam wenig Weihnachtsfeeling auf. Erst in den letzten Tagen vor
Weihnachten wurden ein paar Schaufenster geschmückt und ab und an trällerte
hier und da mal „Jingle Bells“ oder „Stille Nacht“. Um das Weihnachtsgefühl
trotzdem wenigstens ein bisschen aufkommen zu lassen, wurden ein paar in
unserer WG aber kreativ und haben auf ganz eigene Weise einen großen und
schönen Adventskranz gebastelt.
Der ein oder andere hat einen Adventskalender
geschickt bekommen und auch ich habe mein Adventskalender-Windlicht als
Weihnachtsdeko für die gesamte WG spendiert. Und was wir uns in der WG noch
ausgedacht haben: Weihnachtswichteln!!! Eine so schöne Idee, wie ich finde, die
sich vor allem mit 8 Leuten, die wir momentan in der WG sind, richtig gut umsetzen
ließ! Alle Namen wurden vor ein paar Wochen auf kleine Zettel geschrieben und
jeder hat einen Namen gezogen, der auch die ganze Zeit nicht verraten wurde.
Und dann, am Dienstagabend vor Weihnachten war es dann so weit und wir haben
nach einem kleinen Weihnachtsessen mit Wunschgetränken, die wir sonst nicht
haben, die Weihnachtsbescherung vom 24. auf den 20. Dezember vorgezogen, da am
Donnerstag Lea und Lena bereits ihre Reise starten wollten. Und dieser Abend
war wirklich ein voller Erfolg und wunderschön! Nach und nach haben wir alle
unsere Geschenke ausgepackt, waren teilweise erstaunt, wie gut wir uns
untereinander schon kennen, weil manche Geschenke einfach gepasst haben, oder
wir waren erstaunt, wie gut manche in den letzten Wochen ihre Ohren gespitzt
haben nach Wünschen, die geäußert wurden, die an diesem Abend strahlend erfüllt
wurden. Es war einfach ein so schöner Abend und es hat mich so gefreut, jeden
einzelnen strahlen zu sehen! Am Ende, nachdem jede ihr Geschenk ausgepackt
hatte, ging es ans Herausfinden, wer wohl der Wichtler war und von wem man sein
Geschenk bekommen hat. Zuerst lag ich falsch, aber am Ende war es bei mir
logisch: Unsere Schweizerin Patricia hat mir ein Stück aus meiner Heimat und
ein Stück aus ihrer Heimat geschenkt, denn ich durfte mich über ein Stück
geliebten Parmesankäse und Toblerone freuen. Das konnte ich in den Tagen danach
beides Stückchen für Stückchen genießen.
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| Das war am ersten Advent, als dann das erste Lichtlein an unserem Adventskranz brannte. |
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| Gemütliches Beisammensein mit Lichterkettenschein :) (Foto: Stella) |
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| Unser Adventskranz, um den wir alle Geschenke gelegt haben. (Foto: Stella) |
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| Und noch einmal der Adventskranz mit Geschenken und brennenden Kerzen. Einfach eine schöne Atmosphäre! (Foto: Stella) |
Ein
Ereignis, was auch noch wunderbar in die (Vor-)Weihnachtszeit passt, war mein
Auftritt als „Maman Noel“ bei Patricia im Projekt. Einen Tag vorher kam spontan
und etwas kurzfristig die Nachricht von
Patricia, ob denn jemand Lust hätte, bei ihr den Weihnachtsmann (oder eben die
Weihnachtsfrau) zu spielen und zum Anlass einer kleinen Weihnachtsfeier mit
allen Kindern und deren Eltern die Geschenke zu verteilen. Ich habe mir die
Aktion sofort lustig vorgestellt und somit habe ich mich direkt gemeldet, worauf
Patricia und ihre Chefin sehr glücklich waren, dass so kurzfristig und schnell
jemand eingesprungen ist. Freitagsnachmittags bin ich dann also dort angekommen
und nach kurzem Warten wurde ich zum Verkleiden in einen der versteckteren
Räume gerufen. Dann bekam ich das wohl professionellste Weihnachtsmannkostüm,
das man hätte auftreiben können, denn es fehlte wirklich an nichts. Von Mütze,
weißen Haaren und weißem Bart bis hin zu dickem Bauch und großer Hose, weißen
Handschuhen und schwarzen Schuhen wurde an alles gedacht. Sehr authentisch,
also der perfekte Coca-Cola Weihnachtsmann ;-). Wie man sich aber vielleicht
vorstellen kann, war es unter dem Kostüm bei der hier herrschenden Hitze aber
dementsprechend heiß. Für das Kinderlachen und die Freude der Kleinen habe ich
das aber für die paar Stunden in Kauf genommen. Ich bekam dann zunächst eine
Tüte voll mit Bonbons und Keksen, die ich bereits bei meiner Ankunft verteilen
sollte und danach durfte ich mich vor das Publikum auf einen extra für mich
hergerichteten Stuhl setzen (auf den Gott sei Dank sogar ein Ventilator
gerichtet war – extra vom lieben Christian für mich organisiert, da er letztes
Jahr die Qual des Schwitzens als Weihnachtsmann durchleben durfte).
Anschließend wurde mir mal von allen oder einigen Kindern zusammen Weihnachtslieder,
Gedichte und Sprüche vorgetragen, die sie schon gelernt hatten, mal kamen sogar
einige Kinder alleine zu mir nach oben, um mir etwas aufzusagen und zu zeigen,
was sie können. Zwischendurch wurde etwas Musik angemacht und die Kinder
durften mit mir tanzen. Einige waren ganz entzückt und begeistert, voller
Freude und Begeisterung, andere wiederum wussten entweder nicht so genau, wie
sie auf mich reagieren sollten oder waren wirklich sehr verängstigt, sodass
sogar ein paar Tränen flossen. Nichtsdestotrotz freuten sich alle Kinder sehr
über ihre Geschenke, die sie nach und nach abholen durften, nachdem ihr Name
genannt wurde. Alles in allem eine lustige und schöne Aktion, die nicht nur
mir, sondern natürlich auch dem Publikum und vor allem den Kindern großen Spaß
bereitet hat.
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| Wie man sieht, hatten wir schon viel Spaß beim Verkleiden! (Foto: Hannah) |
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| Die Chefin der Einsatzstelle rückte noch ein letztes Mal den Bart zurecht... (Foto: Hannah) |
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| ...und zusammen mit Christian schaute sie, dass auch alles gut saß... (Foto: Hannah) |
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| ...bevor es dann unter die Kinder ging und ich ihnen zunächst Süßigkeiten verteilen durfte. (Foto: Hannah) |
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| Dann ging es ans Gedichte und Lieder vortragen, wofür die Kinder zu mir auf die Bühne kamen. (Foto: Hannah) |
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| Und dann gab es für alle Geschenke und noch mehr Süßes! Ein gelungener Nachmittag :) (Foto: Hannah) |
Wie ich schon in meinem letzten Blogpost erwähnt hatte, habe ich meine ersten Stoffe zu einer Schneiderin gebracht, die mir nun zwei schöne Kleider und eine Hose gezaubert hat. Beim Abholen brauchte es noch ein bisschen Geduld, da einige Sachen noch einmal umgenäht werden mussten, damit sie perfekt saßen, aber nun halte ich drei wunderschöne neue Kleidungsstücke in der Hand! In nächster Zeit werde ich auf jeden Fall noch mehr Stoffe wegbringen und vielleicht mal noch die ein oder andere Schneiderin ausprobieren, bis ich jemanden gefunden habe, der meine Vorstellungen am besten erfüllt und meine Sachen zuverlässig passend schneidert.
An einem der
Wochenenden in der Vorweihnachtszeit habe ich mit Lea und Lena mal wieder ein
bisschen „den Touri raushängen lassen“ und wir sind nach Lomé auf den
Fetischmarkt gefahren. Wir bekamen dort eine Führung über den gesamten Markt
und uns wurden unglaublich viele Sachen erklärt und unsere Fragen beantwortet.
Dieser Fetischmarkt ist zum Beispiel nicht für die „magie noire“, sprich nur
für positive und gute Dinge, die geschehen sollen. Dort konnte uns also keiner
den Teufel auf den Hals hetzen ;-). Stattdessen gab es ganz viele kleine
Kettchen, Figuren oder andere selbstgebastelte Dinge, die alle verschiedene
Bedeutungen haben. Zum Beispiel gibt es einige Dinge, die einfach nur zum
eigenen Schutz dienen oder zum Schutz der Familie und des Hauses, andere Dinge
sind für die Liebe und wieder andere Dinge sind gegen Krankheiten und für die
Gesundheit. Außer der selbst gebastelten Sachen gab es noch unzählige tote
Tiere – von Hundetotenköpfen über verschiedene Felle bis hin zu toten Schlangen
oder Schildkröten. Von A bis Z war alles dabei, etwas gewöhnungsbedürftig, dann
einfach so über den Markt zu spazieren – vor allem noch bei dem markanten
Geruch – aber auf jeden Fall sehr interessant, wenn man erklärt bekam, wie und
wofür welches Tier verwendet wird. Hinter den Marktständen befanden sich
Stände, in die man hereingehen konnte und das war der Ort, an dem die
Fetischisten letztendlich aktiv werden. Auch wir durften zu einem Fetischisten
herein und hätten auch etwas bei ihm kaufen können und tatsächlich darum bitten
können, unsere Familie oder uns selbst zu schützen. Aber natürlich muss man
daran auch glauben – und ganz ehrlich: ein bisschen unheimlich und
gewöhnungsbedürftig fand ich das auch. Ein Besuch war es aber auf jeden Fall
wert, denn wir haben wirklich unglaublich viel Neues erfahren. Fotos habe ich
von diesem Besuch leider nicht, dafür hätten wir bezahlen müssen und dann war
es uns doch lieber, mit dem bloßen Auge und nicht durch die Linse zu erleben!
Eine weitere
Sache, was sich spannendes ereignet hat in den letzten Wochen ist ein
Schwimmprojekt, das Hannah, eine Mitfreiwillige, mit mir zusammen gestartet
hat. Hannahs Einsatzstelle nennt sich „Avenir Enfance Togo“ und umfasst ein
Heim, in dem etwa 10 Kinder verschiedenen Alters wohnen und ein Hopital, also
eine Krankenstation. Sie arbeitet mittlerweile aber nur noch im Heim und geht
ab und zu noch mit den Kindern in die Schule, um dort Englischunterricht zu
geben.
Anlässlich
des Projekts gehen Hannah und ich nun etwa dreimal im Monat mit ein paar
Kindern aus der Schule und aus dem Heim in ein Schwimmbad, um mit ihnen
Schwimmen zu lernen, da es hier absolut nicht selbstverständlich ist, dass dies
den Kindern wie bei uns von klein auf beigebracht wird. Das Projekt wurde in
den letzten Jahren von Vorfreiwilligen schon initiiert und dieses Jahr wird es
durch uns (natürlich größtenteils von Hannah) weiterhin unterstützt. Hannah hat
dafür Spenden gesammelt, um dieses Projekt zu finanzieren, denn natürlich muss
Transport und Eintritt für die Kinder gezahlt werden. Weil sie weiß, dass ich
aktuell nicht allzu viel mit Kindern zu tun habe, dass ich das Projekt genauso
unterstütze wie sie und motiviert dafür bin, hat sie mich gefragt, ob ich das
gerne mit ihr machen möchte – und ich habe das natürlich strahlend bejaht!
Anfang
Dezember sind wir beide also das erste Mal mit den Kindern schwimmen gewesen.
Wir haben uns auf einen Samstag geeinigt und so sind wir an diesem Tag mit
Badesachen bepackt und einer Meute aufgedrehter, aufgeregter und strahlender
Kinder zu einem Schwimmbad gefahren, wo wir circa eine Stunde mit den Kindern
im Wasser waren. Zwei bis drei waren dabei immer mit uns im großen Becken, um
einige Schwimmübungen und erste Versuche zu starten, während die anderen sich
im nicht so tiefen Becken austoben durften. Einige sind wirklich sehr
talentiert! Wenn wir das Projekt von nun an regelmäßig fortsetzen, machen sich
die Fortschritte ganz bestimmt schnell bemerkbar! Anschließend gab es für jedes
Kind noch entweder ein Eis oder ein Getränk und auf dem zum Schwimmbad
gehörenden Spielplatz ließen wir die Kinder noch ein wenig spielen, bevor wir
alle erschöpft von diesem Ausflug wieder zurückkehrten.
Ich freue mich jedenfalls unglaublich darüber,
dass Hannah sich dazu entschieden hat, mich daran teilhaben zu lassen und ich
bin gespannt auf unsere nächsten Schwimmstunden mit den Kindern!
Zu dem etwas
unangenehmeren Teil der Vorweihnachtszeit gehörte das Wochenende vor
Weihnachten, das eigentlich gar nicht so schlecht angefangen hatte.
Samstags
nachmittags war ich bei Alina mit beim Deutschkurs von Midjo-Togo, einer
weiteren Organisation hier in Lomé, die unter anderem für einige Kinder und
Jugendliche mit deutschen Freiwilligen immer samstags den Kurs anbieten, bei
dem die Kindern auf eine spielerische Art und Weise Deutsch lernen können. Mara
und Alina hatten sich damals direkt gemeldet, als die Anfrage von der
Organisation kam, ob sich auch dieses Jahr wieder Freiwillige bereit erklären
würden, den Kurs, der von Vorfreiwilligen gestartet wurde, fortzusetzen. Da an
diesem Tag Mara aber leider arbeiten musste, bin ich mitgegangen, um mir das
Ganze auch einmal anzuschauen. Und das war wirklich ein unglaublich schöner
Nachmittag. Mara und Alina hatten mit den Kindern schon vorher ein paar
Weihnachtslieder, wie Kling Glöckchen Klingelingeling oder Oh Tannenbaum
gesungen und auch an diesem Nachmittag setzten wir das fort und tanzten
außerdem eine ganze Menge. Nicht zu vergessen war die Vorbereitung auf die
anstehende Weihnachtsfeier, bei der die Kinder natürlich auch etwas vorführen
sollten und so probten wir und hatten dabei riesig Spaß. Dazu gesagt werden
muss, dass alle betreuenden Mitglieder der Organisation auch so nett sind, dass
man sich von Anfang an einfach nur wohlfühlen kann. Anders geht das wirklich
nicht, denn man wird so lieb willkommen geheißen und in die
„Midjo-Togo-Familie“ (so nennen sie sich selbst) aufgenommen, dass man sich
fühlt, als wäre man dort schon seit Ewigkeiten aktiv.
An diesem Samstag hatten wir jedoch wirklich ein vollgepacktes Programm, und so ging es
direkt danach weiter zur Neueröffnung des Restaurants unseres Freundes Yannick,
der in letzter Zeit deswegen ständig beschäftigt und natürlich auch etwas
gestresst war. Bei der Eröffnung anwesend zu sein hatten wir ihm also
versprochen und das wollten wir dann natürlich auch einhalten. Wir stiegen zu fünft
ins Taxi (Lea & Lena waren zu diesem Zeitpunkt schon auf ihre Reise
gestartet, Stella war an diesem Abend nicht dabei), um nach Baguida (ein
Quartier in Strandnähe) zu fahren. Im Restaurant wurden wir lieb begrüßt und
natürlich vom Chef persönlich willkommen geheißen, zu einem Platz geführt und
uns wurde Sekt und kleine Häppchen gebracht, bevor wir dann gemeinsam noch
etwas Richtiges zu essen bestellten und Christian noch dazu stieß.
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| Wir Mädels mit Yannick am Tisch, vlnr.: Mara, ich, Patricia, Cindy, Alina und Yannick (Foto: Facebookseite Wings 'n Shake) |
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| Und noch einmal ein Gruppenfoto vor dem Eingang des Restaurants. Ganz rechts ist diesmal auch Christian noch mit auf dem Foto. (Foto: Facebookseite Wings 'n Shake) |
Bis hierhin verlief der Tag noch wirklich positiv, doch anschließend sollte es zur anderen WG gehen, denn da wurde kurzfristig eine Abschiedsparty veranstaltet. Tabea, eine weitere Mitfreiwillige, trat schon am Tag darauf früh morgens vorerst ihre Rückreise nach Deutschland an, da sie im Moment solche gesundheitlichen Probleme hatte, die man hier nicht mehr richtig in den Griff bekam. Vorerst wird also die Behandlung in Deutschland fortgesetzt, damit sie vielleicht so bald wie möglich wieder zurückkehren kann und ihr Freiwilligenjahr hier regulär zu Ende bringen kann. Gott sei Dank war die Stimmung trotzdem nicht allzu gedrückt, obwohl es natürlich alle bedauern, dass die erste von uns vorzeitig nach Hause musste.
Nach und
nach verabschiedeten sich alle wieder in kleinen Grüppchen, bis letztendlich
nur noch Mara und ich als letztes blieben. Auch wir entschieden uns dann,
gemeinsam den Heimweg anzutreten und obwohl der Heimweg vielleicht 10 Minuten
dauert, war die Entscheidung zu laufen an diesem Abend doch eher die falsche
Entscheidung. Denn circa 30 Meter vor unserer Haustür wurden wir beide von zwei
bewaffneten Männern überfallen. „Überfallen“ hört sich vielleicht sehr wüst an
und es war auch absolut ein schlimmes Erlebnis, das ich in meinem Leben nie nie
wieder erleben möchte, aber wir hatten Glück im Unglück, denn wir blieben
körperlich unversehrt. Man nahm uns aber drohend unsere beiden Taschen mit
Handy, Geldbeutel und Haustürschlüsseln und ganz schön vielen wichtigen
Dokumenten. Mara hat sogar ihre „druckfrische“ Carte de séjour (also unsere
Aufenthaltsgenehmigung, etwa in Form eines deutschen Persos) entwendet
bekommen, die nun noch einmal erstellt werden muss, was natürlich ganz schön
viel kostet und außerdem unnötig lange dauert. Ich hatte meine zum Glück zu
diesem Zeitpunkt noch gar nicht abgeholt. Nun habe ich sie auch bekommen, doch
ab sofort wird diese nur noch in kopierter Form mitgeführt. Wir mussten unsere
WG-Mitglieder aus dem Bett klingeln und waren aber unglaublich glücklich über
deren Reaktion, denn wir wurden in dieser Situation wirklich von ihnen
aufgefangen. Ohne sie hätte ich in diesem Moment nicht gewusst, was ich machen
soll. Monsieur Sani kam noch in der Nacht bei uns vorbei, nach dem er unsere
Mitfreiwillige beim Flughafen abgesetzt hatte und vor allem Christian und Chris
waren unglaublich fürsorglich und immer für uns da, machten die vielen Touren
zur Polizei mit uns durch, besorgten neue Handys und alles, was wir brauchten.
Ich bin also wieder einmal unglaublich dankbar, diese Personen um mich herum zu
haben, sei es meine WG, andere deutsche Mitfreiwillige und Freunde oder unsere
togoischen Freunde. Und natürlich haben wir daraus gelernt und hoffen, dass so
etwas so schnell nicht mehr passieren wird!
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| Meine carte de séjour halte ich nun auch endlich in den Händen und passe besonders gut darauf auf! |
Tja und um natürlich nicht den Aspekt meiner Arbeit zu vergessen: Ich habe nun vor den Feiertagen ordentlich Druck gemacht und mit beiden Chefs gesprochen, dass ich nun endlich eine Veränderung möchte. Auch nach fast 4 Monaten bin ich noch immer nicht richtig in meiner Einsatzstelle angekommen und werde von Tag zu Tag frustrierter, Kollegen kommen und gehen, sodass auch der Kern des Zentrums noch nicht richtig gefestigt ist und Projekte werden zwar angekündigt, aber nicht durchgesetzt. Und bevor ich noch weitere Zeit verliere (denn die Zeit rennt wirklich!!), muss sich wirklich grundlegend etwas verändern oder ich werde mir zusammen mit unserem Koordinator eine neue Einsatzstelle suchen. Ich bin schließlich auch nicht erst der erste Versuch in meiner Einsatzstelle, denn auch schon zwei Generationen vor mir hatten dieses Projekt bereits vorzeitig verlassen. Jetzt wird es auf jeden Fall spannend – denn vielleicht wird sich so fundamental etwas ändern oder ich werde in ein paar Wochen vielleicht sogar schon eine ganz andere Einsatzstelle aufsuchen! Darüber werde ich Euch natürlich auf jeden Fall auf dem Laufenden halten!
Soweit
zunächst zu diesem Eintrag, der sowieso schon wieder viel zu lang geraten ist –
wirklich sorry dafür! Aber ich hatte nun auch wirklich viel aufzuholen. Ein
zweiter Blogeintrag zur letzten Zeit wird noch kommen, da wir zwischen
Weihnachten und Neujahr eine kleine Reise in den Norden Togos unternommen haben
und auch da gibt es absolut einiges zu berichten!
Bis dahin
verabschiede ich mich zunächst einmal und hoffe, Ihr seid nun nicht
eingeschlafen vom zu vielen Lesen!
Ganz viel
Wärme zu Euch allen nach Hause! :-)
Eure Valentina














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