Ich melde
mich seit Langem mal wieder auf meinem Blog zurück, um Euch endlich mal wieder
ein bisschen an meinem Leben hier teilhaben zu lassen und Euch wieder auf den
aktuellsten Stand zu bringen!
Es ist jetzt
zwar schon etwas länger her, aber trotzdem wichtig und erwähnenswert, dass ich
Ende März, vom 29. bis 31. eine halbe Woche von der Einsatzstelle aus auf einem
Kolloquium war, das von der UAOD (Union Africaine des ONG de Développement,
d.h. eine Vereinigung aus Nicht-Regierungsorganisationen für Entwicklung)
organisiert und geleitet wurde. Es war die erste Konferenz überhaupt in dieser
Form und wir von Midezon-Togo hatten uns (ausnahmsweise, normalerweise geht das
so nicht) mit 5 Leuten angemeldet: Mein Chef, ein togoischer Freiwilliger, die
zwei französischen Freiwilligen Manchita und Sandrine und ich. Mittwochs
mittags sollte es losgehen und wir trafen uns vor dem Sitz der UAOD in Lomé,
von dort aus ging es dann im Kleinbus (der leider auf die togoische Art und
Weise mal wieder zu klein für die Anzahl an Personen war, die vor dem Bus
standen, aber mit ein wenig zusammenrücken und umdisponieren wurde dem
Sprichwort „Was nicht passt, wird passend gemacht“ alle Ehre gemacht) los nach
Sotoboua, einer Stadt kurz vor Sokodé in der Région Centrale von Togo. Uns
standen also etwa 5 Stunden Fahrt bevor, die wir bei einer brüllenden Hitze
auch meisterten. Dort angekommen wurden wir zunächst kurz empfangen und
anschließend in unsere Unterkunft gebracht, in der es zuerst auch danach
aussah, als hätten nicht alle Leute Platz, aber auch dieses Problem erübrigte
sich nach dem ersten Schock wieder. An diesem Abend wurde nur noch etwas
gegessen und dann gingen wir nach der anstrengenden Fahrt auch bald ins Bett, um
für den folgenden Tag und den Beginn des Kolloquiums auch fit zu sein.
Die nächsten
zwei Tage lassen sich eigentlich ganz schnell und kurz zusammenfassen. Es
sollte jeweils immer morgens schon losgehen, doch aufgrund der Verspätung
einiger wichtiger Personen verschob sich das Programm immer etwas nach hinten –
„heure togolaise“ eben. Wir hatten verschiedene Vorträge zu einigen wirklich
interessanten Themen, die alle unter dem großen Gesichtspunkt der
Millenniums-Entwicklungsziele standen. Schade war nur, dass die gesamte
Veranstaltung recht trocken verlief. Es gab einen Vortrag nach dem anderen, was
es mit der Zeit etwas schwierig machte, immer mit voller Konzentration zu
folgen. Nach jedem Vortrag gab es eine Fragerunde des Publikums an den, der den
Vortrag gehalten hatte. Ich persönlich hätte mir noch mehr Zeit für richtige
Diskussionen gewünscht, da sonst einfach nur die Fragen gestellt und
beantwortet wurden, aber kein richtiger Austausch zustande kam. Praktischer
wäre es zudem noch gewesen, mehrere Themen in Kleingruppen zu behandeln, um
genau diesen Austausch zu fördern und auch die Aufmerksamkeit aller Teilnehmer
besser aufrecht zu erhalten. So saßen wir aber immer mit allen Teilnehmern der
circa 150 Organisationen, Vereine oder NGOs in einem Raum, um den Vorträgen im
Plenum zu folgen.
Organisatorisch
ließ sich an dieser Veranstaltung auf jeden Fall noch einiges verbessern, doch
darum waren die Organisatoren auch sehr bemüht. Am Ende gab es einen
Rückmeldebogen für jeden zum Ausfüllen, sodass die zweite Konferenz in dieser
Art nächstes Jahr vielleicht besser und reibungsloser ablaufen kann.
![]() |
| Der Raum, in dem die ganze Veranstaltung stattfand. |
![]() |
| An einem Abend nach dem Programm schlenderten wir noch durch den anliegenden riesigen Garten und genossen den Sonnenuntergang. |
Am
Freitagabend kam ich dann ziemlich müde und erschöpft nach einer ebenso langen
Rückfahrt wieder zu Hause an und ließ mir aber trotzdem den Abschiedsabend von
der französischen Kurzzeitfreiwilligen Noémie aus Alinas Projekt nicht
entgehen, da ich sie in der letzten Zeit doch sehr ins Herz geschlossen hatte.
Apropos
französische Kurzzeitfreiwillige: Auch ich habe unsere beiden französischen
Kurzzeitfreiwilligen Manchita und Sandrine schon etwas früher verabschieden
müssen, als geplant. Manchita ist leider hier in Togo krank geworden und hat
zunächst eine Woche im Krankenhaus verbracht, bevor man ihr ankündigte, dass
der Rückflug nach Paris wohl die beste Lösung sei. Schade an dieser Tatsache
war eigentlich, dass sie nichts hatte, was sie sich in Togo eingefangen hat.
All das, was hier herausgefunden wurde, hätte sich auch früher oder später bei
ihr zu Hause in Frankreich bemerkbar gemacht und hier brach alles nur leider
zum ungünstigsten Zeitpunkt aus. Sandrine wollte dann die restlichen zwei
Monate, die sie hier noch verbracht hätte, nicht mehr ohne Manchita zu Ende
bringen und hat circa zwei Wochen nach Manchitas Rückflug auch selbst die
Heimreise angetreten. Von beiden habe ich mich aber gut verabschieden können
und so schade es ist – ich hoffe, dass ihnen auch die ersten zwei Monate in
Togo genauso etwas gebracht haben, wie es vier Monate gebracht hätten. Jetzt,
wo morgens alleine bei Midezon arbeite, ist es schon komisch. Man merkt auch
auf jeden Fall die Abwesenheit der beiden – vor allem, weil ich mich immer eher
den Mädels angepasst habe, weil sie einfach durch ihr Studium in gewissen
Dingen besser Bescheid wussten als ich. Natürlich geht die Arbeit vormittags aber
trotzdem weiter – wenn auch etwas langsamer und weniger intensiv.
Seit dem 8.
Mai haben wir aber auch schon wieder zwei neue französische
Kurzzeitfreiwillige. Ebenfalls zwei Mädchen, Marine und Emilie, die aber nur
für drei Wochen bleiben und auch morgens nicht mit mir zusammen, sondern in der
Schule arbeiten, in die der Großteil unserer Kinder bei Midezon gehen.
Nachmittags arbeiten wir dann aber für die Hausaufgabenbetreuung mehr oder
weniger zusammen und betreuen die Kinder so, wie ich es zusammen mit Manchita
und Sandrine auch gemacht habe.
Nach Maras
und Leonies Abschied, von dem ich Euch ja bereits berichtet habe, haben wir
leider nun auch unseren einzigen Jungen Sjard verabschieden müssen. Auch bei
ihm war gesundheitlich seit Wochen einfach keine Besserung in Sicht, vor allem,
weil auch jegliche Testresultate keine neuen Ergebnisse und Erkenntnisse
lieferten und nichts gefunden wurde, was seinen ständig schlechten Zustand
hätte begründen können. Ich wünsche Dir alles Gute, lieber Sjard, schade, dass
die Testosteronquote unter uns Freiwilligen nun ganz auf null sinken musste –
wir hätten Dich gerne bei uns behalten. Gute Besserung an Dich und auf dass man
in Deutschland vielleicht zu einer Erkenntnis kommt, die dich ganz schnell
wieder auf die Beine bringt :-) !
Anfang April
waren für zwei Wochen (zufällig) gleichzeitig die Familien von Alina und
Patricia bei uns in Togo zu Besuch. In nächster Zeit kündigt sich wirklich ein
Besuch nach dem anderen an und ich finde es super spannend, einfach mal die
Familien derjenigen kennenzulernen, mit denen ich nun schon seit 8 Monaten auf
engstem Raum zusammenlebe und mich so gut verstehe. Wir luden zum Beispiel auch
Monsieur Sani einmal auf ein gemeinsames deutsches Kartoffelbrei-Abendessen
ein, damit auch er die Familien ein wenig kennenlernen konnte, was ihn sehr
gefreut hat!
Mitte April
kündigte sich langsam aber sicher ja auch mein Geburtstag an, der
praktischerweise erstens ein Sonntag war und außerdem noch an Ostern, sodass
auch jeder (sogar den Tag darauf) frei hatte. Am Samstagabend entschied ich
mich für eine kleine Party bei uns zu Hause, um in meinen Geburtstag
hineinzufeiern. Ursprünglich war mal wieder unsere schöne und große
Dachterrasse geplant, aber das Wetter und die sich anschleichende Regenzeit machten
uns an diesem Abend einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Die Feier
stieg aber – nachdem dann alle erst nach und nach und ziemlich nass bei uns
eintrudelten – genauso gut im Flur. Es hat wirklich keiner gefehlt und für mich
war der Abend absolut gelungen. Ich habe mich unglaublich darüber gefreut, wie
viele den Weg durchs sogar etwas kalte Nass bis zu uns auf sich genommen
hatten, nur um vor Mitternacht da zu sein und mit mir feiern zu können. Die
Stimmung war ausgelassen, die Musik war gut, die Leute waren gut drauf und so
hatte ich eine echt tolle Geburtstagsfeier hier in Togo, die ich so schnell
nicht vergessen werde.
| Hier noch ein paar Eindrücke von meiner Geburtstagsfeier abends. (Foto: Lea) |
| Die Jungs waren auch mal wieder in bester Tanzlaune! :) (Foto: Lea) |
Der Sonntag verlief ruhig und entspannt. Nachdem
Monsieur Sani unter der Woche zuvor davon erfahren hatte, dass sonntags mein
Geburtstag war, wurde ich direkt von ihm bei sich zu Hause zum Fufuessen
eingeladen, das wie immer unglaublich lecker war! Irgendwie hörte die Esserei
auch zu Hause nicht auf, denn meine süßesten WG-Mitbewohnerinnen hatten zur
Feier des Tages in der Boulangerie süße Teilchen und kleine Muffins gekauft und
diese sogar mit angezündeten Kerzen verziert. Mir wurde noch ein drittes Mal
Happy Birthday gesungen (erstes Mal von allen um Mitternacht, zweites Mal von
Sani ganz alleine und persönlich) und alles Gute gewünscht und dann konnten wir
unseren kleinen Nachmittagssnack zusammen genießen. Ich danke noch einmal
allen, die diesen Tag für mich zu etwas Besonderem gemacht haben und da gehören
natürlich auch alle dazu, die aus der Ferne an mich gedacht haben! Ich habe
meinen Togo-Geburtstag wirklich sehr genossen!
![]() |
| Wieder einmal wunderbar leckeres Fufu bei Monsieur Sani! :-P |
![]() |
| Was meine lieben Mitbewohnerinnen mir hergerichtet hatten, war echt süß - wortwörtlich! ;) |
Und nach meinem Geburtstag habe ich meinen Rucksack für eine kleine Reise ins benachbarte Ghana gepackt – aber davon erfahrt ihr im nächsten Eintrag!
Bis dahin
die besten Grüße zu Euch!
Eure Valentina




Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen