Freitag, 19. Mai 2017

Ich lebe noch...!

Hallo Ihr Lieben!

Ich melde mich seit Langem mal wieder auf meinem Blog zurück, um Euch endlich mal wieder ein bisschen an meinem Leben hier teilhaben zu lassen und Euch wieder auf den aktuellsten Stand zu bringen!

Es ist jetzt zwar schon etwas länger her, aber trotzdem wichtig und erwähnenswert, dass ich Ende März, vom 29. bis 31. eine halbe Woche von der Einsatzstelle aus auf einem Kolloquium war, das von der UAOD (Union Africaine des ONG de Développement, d.h. eine Vereinigung aus Nicht-Regierungsorganisationen für Entwicklung) organisiert und geleitet wurde. Es war die erste Konferenz überhaupt in dieser Form und wir von Midezon-Togo hatten uns (ausnahmsweise, normalerweise geht das so nicht) mit 5 Leuten angemeldet: Mein Chef, ein togoischer Freiwilliger, die zwei französischen Freiwilligen Manchita und Sandrine und ich. Mittwochs mittags sollte es losgehen und wir trafen uns vor dem Sitz der UAOD in Lomé, von dort aus ging es dann im Kleinbus (der leider auf die togoische Art und Weise mal wieder zu klein für die Anzahl an Personen war, die vor dem Bus standen, aber mit ein wenig zusammenrücken und umdisponieren wurde dem Sprichwort „Was nicht passt, wird passend gemacht“ alle Ehre gemacht) los nach Sotoboua, einer Stadt kurz vor Sokodé in der Région Centrale von Togo. Uns standen also etwa 5 Stunden Fahrt bevor, die wir bei einer brüllenden Hitze auch meisterten. Dort angekommen wurden wir zunächst kurz empfangen und anschließend in unsere Unterkunft gebracht, in der es zuerst auch danach aussah, als hätten nicht alle Leute Platz, aber auch dieses Problem erübrigte sich nach dem ersten Schock wieder. An diesem Abend wurde nur noch etwas gegessen und dann gingen wir nach der anstrengenden Fahrt auch bald ins Bett, um für den folgenden Tag und den Beginn des Kolloquiums auch fit  zu sein.
Die nächsten zwei Tage lassen sich eigentlich ganz schnell und kurz zusammenfassen. Es sollte jeweils immer morgens schon losgehen, doch aufgrund der Verspätung einiger wichtiger Personen verschob sich das Programm immer etwas nach hinten – „heure togolaise“ eben. Wir hatten verschiedene Vorträge zu einigen wirklich interessanten Themen, die alle unter dem großen Gesichtspunkt der Millenniums-Entwicklungsziele standen. Schade war nur, dass die gesamte Veranstaltung recht trocken verlief. Es gab einen Vortrag nach dem anderen, was es mit der Zeit etwas schwierig machte, immer mit voller Konzentration zu folgen. Nach jedem Vortrag gab es eine Fragerunde des Publikums an den, der den Vortrag gehalten hatte. Ich persönlich hätte mir noch mehr Zeit für richtige Diskussionen gewünscht, da sonst einfach nur die Fragen gestellt und beantwortet wurden, aber kein richtiger Austausch zustande kam. Praktischer wäre es zudem noch gewesen, mehrere Themen in Kleingruppen zu behandeln, um genau diesen Austausch zu fördern und auch die Aufmerksamkeit aller Teilnehmer besser aufrecht zu erhalten. So saßen wir aber immer mit allen Teilnehmern der circa 150 Organisationen, Vereine oder NGOs in einem Raum, um den Vorträgen im Plenum zu folgen.
Organisatorisch ließ sich an dieser Veranstaltung auf jeden Fall noch einiges verbessern, doch darum waren die Organisatoren auch sehr bemüht. Am Ende gab es einen Rückmeldebogen für jeden zum Ausfüllen, sodass die zweite Konferenz in dieser Art nächstes Jahr vielleicht besser und reibungsloser ablaufen kann.

Der Raum, in dem die ganze Veranstaltung stattfand.

An einem Abend nach dem Programm schlenderten wir noch durch den anliegenden riesigen Garten und genossen den Sonnenuntergang.

Am Freitagabend kam ich dann ziemlich müde und erschöpft nach einer ebenso langen Rückfahrt wieder zu Hause an und ließ mir aber trotzdem den Abschiedsabend von der französischen Kurzzeitfreiwilligen Noémie aus Alinas Projekt nicht entgehen, da ich sie in der letzten Zeit doch sehr ins Herz geschlossen hatte.

Apropos französische Kurzzeitfreiwillige: Auch ich habe unsere beiden französischen Kurzzeitfreiwilligen Manchita und Sandrine schon etwas früher verabschieden müssen, als geplant. Manchita ist leider hier in Togo krank geworden und hat zunächst eine Woche im Krankenhaus verbracht, bevor man ihr ankündigte, dass der Rückflug nach Paris wohl die beste Lösung sei. Schade an dieser Tatsache war eigentlich, dass sie nichts hatte, was sie sich in Togo eingefangen hat. All das, was hier herausgefunden wurde, hätte sich auch früher oder später bei ihr zu Hause in Frankreich bemerkbar gemacht und hier brach alles nur leider zum ungünstigsten Zeitpunkt aus. Sandrine wollte dann die restlichen zwei Monate, die sie hier noch verbracht hätte, nicht mehr ohne Manchita zu Ende bringen und hat circa zwei Wochen nach Manchitas Rückflug auch selbst die Heimreise angetreten. Von beiden habe ich mich aber gut verabschieden können und so schade es ist – ich hoffe, dass ihnen auch die ersten zwei Monate in Togo genauso etwas gebracht haben, wie es vier Monate gebracht hätten. Jetzt, wo morgens alleine bei Midezon arbeite, ist es schon komisch. Man merkt auch auf jeden Fall die Abwesenheit der beiden – vor allem, weil ich mich immer eher den Mädels angepasst habe, weil sie einfach durch ihr Studium in gewissen Dingen besser Bescheid wussten als ich. Natürlich geht die Arbeit vormittags aber trotzdem weiter – wenn auch etwas langsamer und weniger intensiv.

Seit dem 8. Mai haben wir aber auch schon wieder zwei neue französische Kurzzeitfreiwillige. Ebenfalls zwei Mädchen, Marine und Emilie, die aber nur für drei Wochen bleiben und auch morgens nicht mit mir zusammen, sondern in der Schule arbeiten, in die der Großteil unserer Kinder bei Midezon gehen. Nachmittags arbeiten wir dann aber für die Hausaufgabenbetreuung mehr oder weniger zusammen und betreuen die Kinder so, wie ich es zusammen mit Manchita und Sandrine auch gemacht habe.

Nach Maras und Leonies Abschied, von dem ich Euch ja bereits berichtet habe, haben wir leider nun auch unseren einzigen Jungen Sjard verabschieden müssen. Auch bei ihm war gesundheitlich seit Wochen einfach keine Besserung in Sicht, vor allem, weil auch jegliche Testresultate keine neuen Ergebnisse und Erkenntnisse lieferten und nichts gefunden wurde, was seinen ständig schlechten Zustand hätte begründen können. Ich wünsche Dir alles Gute, lieber Sjard, schade, dass die Testosteronquote unter uns Freiwilligen nun ganz auf null sinken musste – wir hätten Dich gerne bei uns behalten. Gute Besserung an Dich und auf dass man in Deutschland vielleicht zu einer Erkenntnis kommt, die dich ganz schnell wieder auf die Beine bringt :-) !

Anfang April waren für zwei Wochen (zufällig) gleichzeitig die Familien von Alina und Patricia bei uns in Togo zu Besuch. In nächster Zeit kündigt sich wirklich ein Besuch nach dem anderen an und ich finde es super spannend, einfach mal die Familien derjenigen kennenzulernen, mit denen ich nun schon seit 8 Monaten auf engstem Raum zusammenlebe und mich so gut verstehe. Wir luden zum Beispiel auch Monsieur Sani einmal auf ein gemeinsames deutsches Kartoffelbrei-Abendessen ein, damit auch er die Familien ein wenig kennenlernen konnte, was ihn sehr gefreut hat!

Mitte April kündigte sich langsam aber sicher ja auch mein Geburtstag an, der praktischerweise erstens ein Sonntag war und außerdem noch an Ostern, sodass auch jeder (sogar den Tag darauf) frei hatte. Am Samstagabend entschied ich mich für eine kleine Party bei uns zu Hause, um in meinen Geburtstag hineinzufeiern. Ursprünglich war mal wieder unsere schöne und große Dachterrasse geplant, aber das Wetter und die sich anschleichende Regenzeit machten uns an diesem Abend einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Die Feier stieg aber – nachdem dann alle erst nach und nach und ziemlich nass bei uns eintrudelten – genauso gut im Flur. Es hat wirklich keiner gefehlt und für mich war der Abend absolut gelungen. Ich habe mich unglaublich darüber gefreut, wie viele den Weg durchs sogar etwas kalte Nass bis zu uns auf sich genommen hatten, nur um vor Mitternacht da zu sein und mit mir feiern zu können. Die Stimmung war ausgelassen, die Musik war gut, die Leute waren gut drauf und so hatte ich eine echt tolle Geburtstagsfeier hier in Togo, die ich so schnell nicht vergessen werde. 

Hier noch ein paar Eindrücke von meiner Geburtstagsfeier abends. (Foto: Lea)

Die Jungs waren auch mal wieder in bester Tanzlaune! :) (Foto: Lea)

Der Sonntag verlief ruhig und entspannt. Nachdem Monsieur Sani unter der Woche zuvor davon erfahren hatte, dass sonntags mein Geburtstag war, wurde ich direkt von ihm bei sich zu Hause zum Fufuessen eingeladen, das wie immer unglaublich lecker war! Irgendwie hörte die Esserei auch zu Hause nicht auf, denn meine süßesten WG-Mitbewohnerinnen hatten zur Feier des Tages in der Boulangerie süße Teilchen und kleine Muffins gekauft und diese sogar mit angezündeten Kerzen verziert. Mir wurde noch ein drittes Mal Happy Birthday gesungen (erstes Mal von allen um Mitternacht, zweites Mal von Sani ganz alleine und persönlich) und alles Gute gewünscht und dann konnten wir unseren kleinen Nachmittagssnack zusammen genießen. Ich danke noch einmal allen, die diesen Tag für mich zu etwas Besonderem gemacht haben und da gehören natürlich auch alle dazu, die aus der Ferne an mich gedacht haben! Ich habe meinen Togo-Geburtstag wirklich sehr genossen!

Wieder einmal wunderbar leckeres Fufu bei Monsieur Sani! :-P

Was meine lieben Mitbewohnerinnen mir hergerichtet hatten, war echt süß - wortwörtlich! ;)

Und nach meinem Geburtstag habe ich meinen Rucksack für eine kleine Reise ins benachbarte Ghana gepackt – aber davon erfahrt ihr im nächsten Eintrag!


Bis dahin die besten Grüße zu Euch!


Eure Valentina

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