Freitag, 11. November 2016

Bonjour lieber Alltag!

Jetzt habe ich mich auch schon etwas länger nicht mehr gemeldet, was aber größtenteils daran liegt, dass mein Alltag einfach ganz normal weiterläuft, es keine großartigen Veränderungen gibt und auch sonst nichts wirklich Spannendes mehr passiert ist.
Trotzdem möchte ich euch auch über die Kleinigkeiten, die sich hier tun, updaten und mich somit diesmal einfach mit einem kurzen Eintrag melden.

Mir geht es nach wie vor super, in der WG läuft alles super und ich bin immer noch sehr froh, hier gelandet zu sein. Mittlerweile hat sich wirklich bei allen der Alltag etabliert, alle gehen nun regelmäßig zur Arbeit und haben auch ihre festen Arbeitszeiten, sodass jetzt nach einiger Zeit einfach eine gewisse Routine entstanden ist. Seit Samstag letzter Woche hat unsere WG für circa zwei Monate nochmal Zuwachs bekommen, da Lena, eine Freundin von Lea, bis Anfang Januar bei uns bleiben wird, um ebenfalls Togo etwas zu erkunden, unsere Projekte alle mal zu besuchen und sich anzuschauen, wie wir hier leben und was wir so treiben. Seitdem schlafen wir also zu dritt in unserem Zimmer – mit unserer neuen großen Matratze kein Problem :) – und obwohl wir ja selbst erst knappe zwei Monate hier sind, spielen wir (also vor allem Lea) schon jetzt ein bisschen den Touri-Guide, um Lena mit der Umgebung, den Märkten und den Leuten hier vor Ort vertraut zu machen. Irgendwie ein ganz komisches Gefühl, weil man sich selbst eigentlich noch so „neu“ hier fühlt und doch auch eigentlich gefühlt erst gestern aus dem Flugzeug gestiegen ist…

Nachdem wir ja schon zahlreiche Stromausfälle hatten und das also schon nichts Neues mehr für uns ist, ist uns letzte Woche aber etwas passiert, womit wir vor allem in dem Moment nicht so gerechnet hatten: Als wir abends zum Abendessen nochmal Nudeln kochen wollten und den Hahn für das Nudelwasser aufdrehten, kam von Cindy plötzlich nur noch ein verzweifeltes „Oh nein“ , als es aus dem Wasserhahn nur noch tröpfelte und schließlich gar kein Wasser mehr kam. Ein bisschen panisch drehten wir im ganzen Haus die Wasserhähne auf, um zu prüfen, ob nicht vielleicht doch woanders noch etwas lief, aber vergeblich. Tja – das erste Mal ist es uns hier passiert, dass wir auch kein Wasser hatten. Direkt an diesem Abend haben wir Monsieur Sani von unserem Problem berichtet und von ihm kam auch prompt eine Antwort und Hilfe. Wir versuchten zunächst, mit seinen Anweisungen das Wasser wieder zum Laufen zu bringen, aber letztendlich benachrichtigte er dann einfach den Hausbesitzer und einen Handwerker, um das Problem wieder zu lösen. Die nächsten Tage mussten wir dann ohne fließendes Wasser auskommen, und in solch einer Situation wird einem dann erst so richtig klar, wie selbstverständlich es doch ist, dass Wasser aus dem Hahn kommt, wenn man ihn aufdreht. Wie oft bin ich zum Zähneputzen ans Waschbecken und habe aus Gewohnheit den Wasserhahn aufgedreht, obwohl ich genau wusste, dass wir kein Wasser haben – ein bisschen war ich ehrlich gesagt über mich selbst erschrocken. Jedenfalls wurde uns aber wieder direkt super lieb von allen möglichen Leuten hier geholfen: Monsieur Sani brachte uns einen riesigen Bottich und unser Nachbar organisierte uns ein paar Mädels, die uns eimerweise Wasser brachten und somit den Bottich auffüllten, der zumindest für einen Abwasch in der Küche oder für die ein oder andere Eimerdusche langen sollte. Bei der Frage, ob wir helfen konnten, wurde – natürlich! – abgelehnt und somit mussten wir zuschauen, wie uns das Wasser gebracht wurde, während Handwerker nach dem Problem suchten. Schließlich stellte man fest, dass unsere Wasserpumpe nicht mehr funktionierte und man ein Ersatzteil anschaffen musste, was sich aber in Anbetracht der Tatsache, dass am nächsten Tag Feiertag war, auch um einen Tag verzögerte. Somit waren wir ganze drei Tage ohne Wasser, zwischendurch durften wir bei unseren soooo lieben Nachbarn unseren Bottich noch einmal (kostenlos!!!) auffüllen und sonst boten uns natürlich auch die anderen WG’s ihre Hilfe an und wir konnten zum Beispiel bei ihnen duschen. Als dann schließlich am dritten Tag das Wasser wieder lief, machten wir alle Luftsprünge und freuten uns so sehr! Wir wissen, dass fließendes Wasser hier ein echter Luxus ist und sehen auch täglich unsere Nachbarsfrauen das Wasser in ihren Eimern schleppen, aber diese Erfahrung hat es uns noch einmal umso deutlicher gemacht, wie kostbar Wasser einfach ist! Und dass man den Wasserhahn aufdreht und auch etwas herauskommt, ist eben genau nicht selbstverständlich. Viel mehr Menschen sollten das auch viel mehr zu schätzen wissen!

Halloween wird hier übrigens (für mich verständlicherweise) gar nicht gefeiert, und trotzdem wollten wir das Feeling mit ausgeschnitzten Grimassen nicht missen. Da wir hier natürlich keine Kürbisse haben, wurden kurzerhand eben Melonen und Ananas in grimmige Gesichter verwandelt und auf der Terrasse aufgestellt. Eine ganz lustige Idee, wie ich fand! :)

Eine freundliche Melone...

...eine grimmige Melone...

...und eine ganz böse Ananas stellten unsere Halloween-Deko dar.
Zuletzt bleibt noch zu erzählen, dass es nun in den letzten Tagen mit riesigen Schritten auf unsere Aufenthaltsgenehmigung zuging. Bereits am Montag trafen wir uns um 7 Uhr morgens mit Monsieur Sani, damit wir alle noch eine Runde Passfotos schießen konnten, die wir zu all den anderen Dokumenten noch brauchten. Beim „service des passeports“ hier in Lomé ging es dann an das Formulare ausfüllen, sodass am Montag der erste Schritt schon getan war. Am Mittwoch ging es dann um den finalen Schritt der Beantragung und schon um 6:30 Uhr in der Frühe standen wir auf der Matte, um zunächst noch unser jetziges Touristenvisum zu verlängern und dann noch weitere Formulare auszufüllen und ein Foto, unsere Fingerabdrücke und unsere Unterschrift abzugeben. Weil wir die meiste Zeit dort mit Warten verbrachten (wir sind ja schließlich auch immerhin 16 Freiwillige), spazierten wir erst 5 einhalb Stunden später wieder dort hinaus, aber zumindest ist der ganze Papierkram nun erledigt und wir können hoffentlich in circa einem Monat endlich unsere offizielle Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr abholen. Ich weiß nicht wieso genau, aber ich freue mich richtig darauf! :)

Soweit zu meinem kurzen Update für die letzten zwei Wochen (ist doch sogar etwas länger geworden, als ich dachte). Ich berichte wieder, wenn sich etwas Spannendes ereignet oder es sich einfach so wieder lohnt, euch ein bisschen etwas zu erzählen! :)

Bis dahin wieder einmal ganz liebe Grüße aus dem immer noch unglaublich warmen Togo (habe gehört, dass es wohl in Deutschland schon vereinzelt richtig geschneit hat…) – ich komme aus dem Schwitzen immer noch nicht heraus!

Eure Valentina :)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen