Jetzt habe
ich mich auch schon etwas länger nicht mehr gemeldet, was aber größtenteils
daran liegt, dass mein Alltag einfach ganz normal weiterläuft, es keine
großartigen Veränderungen gibt und auch sonst nichts wirklich Spannendes mehr
passiert ist.
Trotzdem
möchte ich euch auch über die Kleinigkeiten, die sich hier tun, updaten und
mich somit diesmal einfach mit einem kurzen Eintrag melden.
Mir geht es
nach wie vor super, in der WG läuft alles super und ich bin immer noch sehr
froh, hier gelandet zu sein. Mittlerweile hat sich wirklich bei allen der
Alltag etabliert, alle gehen nun regelmäßig zur Arbeit und haben auch ihre
festen Arbeitszeiten, sodass jetzt nach einiger Zeit einfach eine gewisse
Routine entstanden ist. Seit Samstag letzter Woche hat unsere WG für circa zwei
Monate nochmal Zuwachs bekommen, da Lena, eine Freundin von Lea, bis Anfang
Januar bei uns bleiben wird, um ebenfalls Togo etwas zu erkunden, unsere
Projekte alle mal zu besuchen und sich anzuschauen, wie wir hier leben und was
wir so treiben. Seitdem schlafen wir also zu dritt in unserem Zimmer – mit
unserer neuen großen Matratze kein Problem :) – und obwohl wir ja selbst erst
knappe zwei Monate hier sind, spielen wir (also vor allem Lea) schon jetzt ein
bisschen den Touri-Guide, um Lena mit der Umgebung, den Märkten und den Leuten
hier vor Ort vertraut zu machen. Irgendwie ein ganz komisches Gefühl, weil man
sich selbst eigentlich noch so „neu“ hier fühlt und doch auch eigentlich
gefühlt erst gestern aus dem Flugzeug gestiegen ist…
Nachdem wir
ja schon zahlreiche Stromausfälle hatten und das also schon nichts Neues mehr
für uns ist, ist uns letzte Woche aber etwas passiert, womit wir vor allem in
dem Moment nicht so gerechnet hatten: Als wir abends zum Abendessen nochmal
Nudeln kochen wollten und den Hahn für das Nudelwasser aufdrehten, kam von
Cindy plötzlich nur noch ein verzweifeltes „Oh nein“ , als es aus dem
Wasserhahn nur noch tröpfelte und schließlich gar kein Wasser mehr kam. Ein
bisschen panisch drehten wir im ganzen Haus die Wasserhähne auf, um zu prüfen,
ob nicht vielleicht doch woanders noch etwas lief, aber vergeblich. Tja – das
erste Mal ist es uns hier passiert, dass wir auch kein Wasser hatten. Direkt an
diesem Abend haben wir Monsieur Sani von unserem Problem berichtet und von ihm
kam auch prompt eine Antwort und Hilfe. Wir versuchten zunächst, mit seinen
Anweisungen das Wasser wieder zum Laufen zu bringen, aber letztendlich
benachrichtigte er dann einfach den Hausbesitzer und einen Handwerker, um das
Problem wieder zu lösen. Die nächsten Tage mussten wir dann ohne fließendes
Wasser auskommen, und in solch einer Situation wird einem dann erst so richtig
klar, wie selbstverständlich es doch ist, dass Wasser aus dem Hahn kommt, wenn
man ihn aufdreht. Wie oft bin ich zum Zähneputzen ans Waschbecken und habe aus
Gewohnheit den Wasserhahn aufgedreht, obwohl ich genau wusste, dass wir kein
Wasser haben – ein bisschen war ich ehrlich gesagt über mich selbst
erschrocken. Jedenfalls wurde uns aber wieder direkt super lieb von allen
möglichen Leuten hier geholfen: Monsieur Sani brachte uns einen riesigen
Bottich und unser Nachbar organisierte uns ein paar Mädels, die uns eimerweise
Wasser brachten und somit den Bottich auffüllten, der zumindest für einen
Abwasch in der Küche oder für die ein oder andere Eimerdusche langen sollte.
Bei der Frage, ob wir helfen konnten, wurde – natürlich! – abgelehnt und somit
mussten wir zuschauen, wie uns das Wasser gebracht wurde, während Handwerker
nach dem Problem suchten. Schließlich stellte man fest, dass unsere Wasserpumpe
nicht mehr funktionierte und man ein Ersatzteil anschaffen musste, was sich
aber in Anbetracht der Tatsache, dass am nächsten Tag Feiertag war, auch um
einen Tag verzögerte. Somit waren wir ganze drei Tage ohne Wasser, zwischendurch
durften wir bei unseren soooo lieben Nachbarn unseren Bottich noch einmal
(kostenlos!!!) auffüllen und sonst boten uns natürlich auch die anderen WG’s
ihre Hilfe an und wir konnten zum Beispiel bei ihnen duschen. Als dann
schließlich am dritten Tag das Wasser wieder lief, machten wir alle Luftsprünge
und freuten uns so sehr! Wir wissen, dass fließendes Wasser hier ein echter
Luxus ist und sehen auch täglich unsere Nachbarsfrauen das Wasser in ihren
Eimern schleppen, aber diese Erfahrung hat es uns noch einmal umso deutlicher
gemacht, wie kostbar Wasser einfach ist! Und dass man den Wasserhahn aufdreht
und auch etwas herauskommt, ist eben genau nicht selbstverständlich. Viel mehr
Menschen sollten das auch viel mehr zu schätzen wissen!
Halloween
wird hier übrigens (für mich verständlicherweise) gar nicht gefeiert, und
trotzdem wollten wir das Feeling mit ausgeschnitzten Grimassen nicht missen. Da
wir hier natürlich keine Kürbisse haben, wurden kurzerhand eben Melonen und
Ananas in grimmige Gesichter verwandelt und auf der Terrasse aufgestellt. Eine
ganz lustige Idee, wie ich fand! :)
![]() |
| Eine freundliche Melone... |
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| ...eine grimmige Melone... |
![]() |
| ...und eine ganz böse Ananas stellten unsere Halloween-Deko dar. |
Zuletzt
bleibt noch zu erzählen, dass es nun in den letzten Tagen mit riesigen
Schritten auf unsere Aufenthaltsgenehmigung zuging. Bereits am Montag trafen
wir uns um 7 Uhr morgens mit Monsieur Sani, damit wir alle noch eine Runde
Passfotos schießen konnten, die wir zu all den anderen Dokumenten noch
brauchten. Beim „service des passeports“ hier in Lomé ging es dann an das
Formulare ausfüllen, sodass am Montag der erste Schritt schon getan war. Am
Mittwoch ging es dann um den finalen Schritt der Beantragung und schon um 6:30
Uhr in der Frühe standen wir auf der Matte, um zunächst noch unser jetziges
Touristenvisum zu verlängern und dann noch weitere Formulare auszufüllen und
ein Foto, unsere Fingerabdrücke und unsere Unterschrift abzugeben. Weil wir die
meiste Zeit dort mit Warten verbrachten (wir sind ja schließlich auch immerhin
16 Freiwillige), spazierten wir erst 5 einhalb Stunden später wieder dort
hinaus, aber zumindest ist der ganze Papierkram nun erledigt und wir können
hoffentlich in circa einem Monat endlich unsere offizielle
Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr abholen. Ich weiß nicht wieso genau, aber
ich freue mich richtig darauf! :)
Soweit zu
meinem kurzen Update für die letzten zwei Wochen (ist doch sogar etwas länger
geworden, als ich dachte). Ich berichte wieder, wenn sich etwas Spannendes
ereignet oder es sich einfach so wieder lohnt, euch ein bisschen etwas zu
erzählen! :)
Bis dahin
wieder einmal ganz liebe Grüße aus dem immer noch unglaublich warmen Togo (habe
gehört, dass es wohl in Deutschland schon vereinzelt richtig geschneit hat…) –
ich komme aus dem Schwitzen immer noch nicht heraus!
Eure
Valentina :)



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